Quarzit hat in den letzten Jahren als Terrassenmaterial deutlich an Beliebtheit gewonnen. Der Stein sieht edel aus, ist in vielen Farben erhältlich und gilt als robust. Wer dann aber nach einer konkreten Pflegeanleitung sucht, merkt schnell: Verlässliche Informationen speziell zu Quarzit sind schwerer zu finden als bei Granit oder Marmor.
Das hat einen Grund. Quarzit ist eine Gesteinsbezeichnung, die im Handel nicht immer einheitlich verwendet wird. Was unter diesem Namen verkauft wird, kann sich in Härte, Dichte und Pflegebedarf deutlich unterscheiden – und das wirkt sich direkt auf die Reinigung aus.
Echter Quarzit und was sonst noch als Quarzit verkauft wird
Echter metamorpher Quarzit entsteht aus Sandstein unter hohem Druck und hoher Temperatur. Das Ergebnis ist ein außergewöhnlich dichter, harter Stein mit sehr geringer Wasseraufnahme. In der Reinigung verhält er sich ähnlich wie Granit: robust, wenig empfindlich, gut für den Außenbereich geeignet.
Was im Handel ebenfalls als Quarzit auftaucht, ist in manchen Fällen sogenannter Quarzitschiefer oder Phyllit – Gesteine, die quarzitisch aussehen, aber deutlich weicher und wasseraufnahmefähiger sind. Diese Platten splitttern eher an den Kanten, reagieren empfindlicher auf Frost und brauchen in der Pflege mehr Aufmerksamkeit.
Wer sich nicht sicher ist, welche Sorte er hat: Ein einfacher Test ist die Wasseraufnahme. Etwas Wasser auf die Platte geben. Echter dichter Quarzit lässt das Wasser als Tropfen stehen. Weichere Varianten saugen es sichtbar auf.
Quarzit reinigen: Was im Alltag funktioniert
Für die regelmäßige Grundreinigung bei Quarzit-Terrassenplatten reicht in vielen Fällen Wasser und eine mittelharte Bürste. Dreck, Staub, leichte Algenbeläge lassen sich bei dichtem Quarzit gut von der Oberfläche lösen, weil kaum etwas wirklich tief einzieht.
Bei hartnäckigeren Belägen – Moos, dunklen Verfärbungen oder Schmutz nach dem Winter – empfiehlt sich ein alkalischer Natursteinreiniger, der auf der feuchten Platte einwirkt und dann mit der Bürste abgearbeitet wird. Einwirkzeit je nach Verschmutzungsgrad: 5 bis 15 Minuten. Danach gründlich abspülen.
Saure Reiniger haben bei Quarzit grundsätzlich nichts verloren. Auch wenn echter Quarzit säurestabiler ist als Kalkstein oder Marmor, sind saure Mittel für diese Steinart unnötig und bei weicheren Quarzit-Varianten schädlich.
Hochdruckreiniger auf Quarzit-Terrassenplatten
Dichter Quarzit verträgt den Hochdruckreiniger gut. Die Steinoberfläche ist geschlossen genug, um höheren Druck wegzustecken, ohne dass Partikel ausgewaschen werden. Wer im Frühling die Terrasse nach dem Winter auffrischen will, kommt mit dem Hochdruckreiniger schnell und effektiv ans Ziel.
Empfehlenswert ist trotzdem ein Abstand von 30 bis 40 Zentimetern und ein Fächerstrahl. Direkt auf die Fugen halten sollte man den Strahl nicht – nicht wegen des Steins, sondern wegen des Fugenmaterials. Sand und Fugenmörtel lassen sich durch direkten Hochdruck auswaschen, was langfristig zu Fugenverlusten führt.
Bei weicheren Quarzit-Varianten ist mehr Vorsicht angebracht. Hier lieber mit niedrigerem Druck beginnen und schauen, wie die Oberfläche reagiert.
Typische Probleme bei Quarzit-Terrassen
Das häufigste Problem bei Quarzit-Terrassenplatten sind Grünverfärbungen – Algen, Moos, Flechten. Quarzit bietet dieser Besiedelung durch seine dichte Oberfläche weniger Angriffsfläche als poröse Steine, aber in feuchten, schattigen Lagen entsteht der Belag trotzdem.
Für hartnäckige Grünbeläge gibt es spezialisierte Algenentferner auf Basis von Aktivchlor oder quaternären Ammoniumverbindungen. Diese wirken gegen Algen und Moos effektiv, sollten aber nicht auf Flächen eingesetzt werden, die an Pflanzenbeete grenzen.
Verfärbungen durch Eisenoxide – erkennbar an rötlichen oder bräunlichen Flecken – kommen bei manchen Quarzit-Sorten aus dem Gestein selbst. Das ist kein Reinigungsproblem, sondern eine natürliche Eigenschaft des Steins. Solche Flecken lassen sich durch Reinigung nicht dauerhaft entfernen.
Ein vollständiger Überblick darüber, was bei der Reinigung von Naturstein außen generell gilt – Methoden, Mittel, häufige Fehler – ist hilfreich als Ergänzung zu den quarzitspezifischen Hinweisen hier.
Imprägnierung bei Quarzit
Echter dichter Quarzit braucht keine Imprägnierung – die Wasseraufnahme ist so gering, dass kaum etwas einzieht. Bei weicheren Quarzit-Varianten kann eine Imprägnierung sinnvoll sein, besonders wenn die Platten in einer feuchten Lage liegen oder häufig nass werden.
Wer unsicher ist: Imprägnierung schadet auch dichtem Quarzit nicht, sie bringt nur wenig zusätzlichen Nutzen. Bei weicheren Sorten verlängert sie die Pflegeintervalle deutlich und schützt vor Frostschäden.